Nerddeutschland

Der Blick durch die Hornbrille!

Hektisch, Technisch, Elektrisch: Meinungen & Befindlichkeiten eines Newsjunkies. Medien, Politik, Mobiles Leben, E-Commerce.
Recent Tweets @nerddeutschland

“Naumanns Medienwelt”
| #Naumann #Wulff #FAZ #Cicero |

Vielleicht erinnert sich noch jemand: Der Cicero war mal hochgradig lesenswert. Kein Witz. Das war allerdings vor der Zeit von Herrn Naumann.

Aktuell überrascht der Herr mit einer steilen These: Die “Ruchlosigkeit” einer anonymen Blogosphäre schade “dem Amt” und letztlich auch dem Gemeinwesen.
Die “Causa Wulff” dient ihm dabei als Trojaner für ein Bashing eines durch Anonymität im Internet entfesselten Bürgerjournalismus. Ein alter Hut.

Außer “lustigen” Fotomontagen und spöttelnden Blogposts ist mir bisher jedoch dabei nichts unter die Augen gekommen, was diese Annahme stützen würde.
Aber vielleicht lese ich auch nur zu wenig? Falls jemand jedoch irgendwo einen anonymen und gleichermaßen presserechtlich bedenklichen Blogpost dazu findet, möge er mir doch bitte einen Link zukommen lassen.

Ich weiß nicht, was Herr Naumann so für Blogs liest und welche “infamen Ruchlosigkeiten” ihm dabei im Hinterkopf hängen geblieben sind.

Aus meiner Sicht ergibt sich jedoch ein ganz anderes Bild: Die schärfste Kritik kommt aus den etablierten Medien.

Neben dem süffisanten Verriss von Nils Minkmar (siehe letzter Eintrag), schießt Berthold Kohler fast täglich dazu Kommentare ab (nachzuvollziehen in dessen “Timeline” unter www.faz.net), einer “gnadenloser” als der nächste.
Selbst KTzG kam, zumindest was die Schussfrequenz angeht, weit besser weg.
Derweil macht sich der Focus auf, entlang des Themas eine Sozialdebatte zu entzünden: 200.000€ Pension für Wulff/per Anno, lebenslang, wenn er jetzt zurückträte…
Der Stern kommt mit einer satirischen Facebook Fanpage daher.

Hohn und Spott soweit der Browser reicht.

Der größte Knaller jedoch kommt unterschwellig mit dem heutigen Feuilleton-Aufmacher der FAZ daher (siehe Foto).
Das dazugehörige Bild im Artikel, auf dem der BP gestellt und gestelzt, mit dem aufgesetzen Lächeln der Grinsekatze gerade seinen Garten bewässert, habe ich mir jedoch verkniffen abzulichten.

Nur soviel: Selbst wenn auf der ganzen Seite in dicken Lettern “Verdruckster Kleinbürger” gestanden hätte, wäre das nicht annähernd so wirkungsvoll wie der Audruck dieses einen Fotos.

Lieber Herr Naumann, in den etablierten Medien wird viel schärfer geschossen als irgendwo sonst.
Und das ist auch gut so.

Kein Facebook-Eintrag, kein Bildchen, kein Blogpost, den ich dazu gelesen habe, kommt dabei gegen die geschliffenen Verrisse, die ich bisher in FAZ&SZ wahrgenommen habe heran, noch gegen den Spott den der Stern publiziert.

Letztlich finde ich in beiden Welten weder “Ruchlosigkeit” noch “Infamie”, sondern lediglich berechtigte Verärgerung und Enttäuschung, die nur jeweils mit unterschiedlichen Mitteln zum Ausdruck gebracht wird.

Packen Sie also Ihr “Thema” wieder ein, denn es ist keines.

…und brutzelt sich Christian Wulff ungehemmt über einem kulturjournalistischen Lagerfeuer knusprig.

Dagegen wirkt die bisherige Zurückhaltung von Heribert Prantl glatt wie das Verhalten eines Schülers, der sich stilistisch windet, nur um mit einem Aufsatz beim Lehrer nicht anzuecken.

Als ob der Ground Zero eines politischen Daseins in Deutschland, die Krönung der Demütigung, nämlich in einem Kontext mit Möllemanns Einkaufswagenchip-Affäre genannt zu werden, nicht schon genug der Schande wäre, fragt Minkmar auch noch spitz, was Wulff denn eigentlich in Kuwait zur Zeit des Anrufs für Dienstgeschäfte getätigt habe.
Nachdem die Wurst dann im Feuer das richtige Röstaroma bekommen hat, pustet er nochmal fix in die Glut, um in der Resthitze die alte Knolle “Bild” mit dem Vorwurf durchzugaren, einen Artikel NICHT veröffentlicht zu haben. Kongenial!

Da schmeckt die Wurst, da dampft die Kartoffel, da lacht das mediale Pfadfinderherz.
Ich lege mich mal fest: Das Menü ist sowas von meinungsbildend-lecker, dass Mutti hier keine Chance mehr hat, und man ihr vielmehr nur noch zurufen mag: “Der nächste Herr, dasselbe Amt?!”
Lesepflicht, mein Freund. Gute Nacht!

Feine Sache, das: Der Bundesparteitag der Piraten wird von der Tagesschau und “heute” gecovert. Willkommen in der Gesellschaft.

Das nutzt den etablierten Parteien.

Plötzlich muss man irgendwelche Kommissionen, die man auf Kosten der öffentlichen Hand installiert, die das eigene “Netzkompetenz” -Profil schärfen sollen und die man just mit bekannten Netzpersönlichkeiten, die gerade Zeit haben, besetzt, nämlich nirgends mehr zerknirscht rechtfertigen.

Will sagen: Man muss die eigenen Versäumnisse “in der Sache” nicht mehr erwähnen, um der Medienöffentlichkeit den angeblichen Nutzen solcher Gremien anzutragen.

Man kann jetzt, da die Piratenpartei medial “eingemittet” wurde, ganz bequem gegenüber den eigenen Anhängern und vor allem gegenüber der Gesellschaft auf Kampfrhetorik umschalten: “Wir haben verstanden, wir müssen mithalten, wir müssen unsere Kompetenz stärken… Her mit einem -neuen- Gremium.”

Plötzlich versteht das auch der bisher unintetessierte Tagesschau-Zuschauer und honoriert solche Forderungen. Nicht auf einer Sachebene, da er die nicht versteht, sondern auf der Appellebene: Er kennt jetzt die Piraten, er nimmt den Parteienwettbewerb zum Thema erstmalig wahr und honoriert das Bemühen der/seiner etablierten Partei. Man gibt sich nicht kampflos geschlagen. Das findet er gut.

Ein cleverer Schachzug: Die Netzpersonen fühlen sich ernstgenommen, die Öffentlichkeit goutiert den neuen Aktionismus und die “Netzgemeinde” denkt, die Netzpersonen würden “ihre Interessen” vertreten…

Eine Win-Win-Win -Situation, die man schöner nicht gestalten kann.
Dazu gibt es Kaffee und Kuchen aus öffentlichen Mitteln, Null Leidens- und Leistungsdruck der Beteiligten, und das schöne Gefühl gemeinsam an einer besseren Zukunft zu basteln…

Bei der nächsten netzpolitischen Enquete werde ich mal zusehen, dass ich da dabei bin. Angenehmer kann man seine bezahlte Zeit kaum irgendwo absitzen.

Enquete, Ahoi!

BTW. Wo werden die Tickets verlost?




Was für ein Drama!


Ein alter Mann sieht sich durch das unbedachte Auftauchen eines Hais in seinen Fischgewässern um seinen Fang gebracht. Er tobt und wütet.


Er besorgt sich ein Boot und zieht los. Ein gestrauchelter alter Fahrensmann segelt noch einmal hinaus aufs Meer. Er will ihn wieder haben, seinen Fisch. Er will ihn wieder haben, um des Wiederhabens willen. Der Fischer ist für seine Beharrlichkeit bekannt…

Petri Heil!

Fast 10 Jahre lang kämpft er sich durch die sturmgepeitschten Wogen des Meeres.

Justitias Wellen und der Wind der Medien nagen an ihm, seine Krankheit wirft ihn zurück, aber er gibt nicht auf. Er gibt einfach nicht auf. Das wäre ihm fremd.

Längst plant er nicht mehr für einen Rückmarsch, da er weiß, seine Zeit ist begrenzt, und bald geht es ihm nicht mehr darum, seinen Fang wieder zu bekommen.

Er plant um. Er will einen Hai aud dem Rudel, dass ihn einst um seinen Fang gebracht hat!

Abgekämpft holt er seine Fischernetze ein. Seine Kräfte schwinden. Er reißt sich noch einmal zusammen und bereitet stattdessen eine Angel vor. “Warum nicht die anderen beiden auch?”, denkt er sich und mobilisiert seine letzten Reserven. Er grinst in sich hinein.

“Chancenmaximierung durch Streuung”. Portfoliotheorie nennen “Die” das heute. Na dann.

Er grantelt weiter und bereitet drei Ruten vor. Er kennt die Haie. Jahrelang hat er sie beobachtet und sich von Ihnen sogar seine Fischschwärme zutreiben lassen.

Er weiß um ihre Wanderbewegungen, und er kennt ihre Schwächen. Er kennt sie sogar sehr genau, denn sie entsprechen seinen eigenen: Haie bestraft man nicht, indem man ihnen Fische wegnimmt, die würden einfach in andere Gewässer wechseln und dort weiter jagen. Haien muss man ihr Selbstverständnis rauben, um ihnen schaden zufügen zu können. Deshalb hängt er dicke Brocken aus Reputation, Lebensleistung und Anerkennung an die Angelhaken. Haie “beißen gut” auf Ehre.

Er wirft aus, macht die Ruten fest und ordnet sein Boot. Sein Werk ist getan. Er stirbt.

Die Haie sind erleichtert. Der alte Mann ist tot. Sein Boot dümpelt weiter in offener See und gerät in Vergessenheit. Die Köder jedoch hängen weiter im Wasser und werden umso argloser betrachtet je mehr der alte Mann Geschichte wird. Bald schweben sie einladend im Wasser.

Plötzlich beißt einer an! Ein Hai hängt am Haken!

Keiner drillt ihn, denn es ist ja niemand mehr da, der mit ihm kämpfen könnte. Aber er kommt auch nicht mehr los: Der Hai hat den Köder samt Haken zu tief geschluckt. Hilflos hängt er an der Leine und windet sich. Vorerst unbemerkt. Das Boot treibt jedoch Richtung Ufer.

Justitias Wellen bewegen sich immer in Richtung Landmasse.
Langsam und bedächtig, dennoch unaufhaltsam.

Heute hat das Boot den Strand erreicht. Der Hai hängt immer noch an der Leine. Er ist erschöpft, er kann nicht mehr. Seine Victory -Flosse ist gebrochen und hängt schlaff entlang seines Körpers. Er darf weiterleben, aber er muss seine Zähne abgeben. Der Hai ist kein Hai mehr. Die Medien sind da. Es werden Fotos gemacht.

Big Game Fishing. Das ganz große Spiel. Der alte Mann hat es gewonnen, indem er seine Krankheit und letzlich gar den eigenen Tod dafür genutzt hat, Schwäche vorzutäuschen, sich im Stillen aber schon vorab der Macht der Elemente bewusst war, die auch ohne ihn weiterwirken würden. Die Haie hätte es wissen müssen, schließlich ist der Fischer schon immer für seine Beharrlichkeit bekannt gewesen…

Nun blickt er von seiner Wolke aus herab und lächelt. Er macht sich mit seinem Freund FJS ein Fass “Helles” auf. Aloisius begleitet dazu auf seiner Harfe.

“Luja, soag i, luja!” klingt es derweil leise aus vom Firmament…

 Petri Dank!

… Twitter und Tumblr unter jeweils gleichem Accountnamen zu nutzen:

- Twitter liefert den relevanten Newsstream. Das mögen RSS-Leser besteiten, denen gebe ich aber mit auf den Weg: Silvio Rizzi zieht euch Eure Lesezeit, nutzt lieber das Twitterlistenfeature vernünftig und parkt Eure Feeds da. Die Beschreibungen von Twitterlistings sind in “Twitter- Handbüchern” ein großes Mißverständnis: Die Funktion ist nicht primär sinnvoll, anderen Inhalte zu aggregieren, sondern vielmehr dafür, sich selbst Übersicht und Kontrolle zu verschaffen. Man kann Twitterusern nur in Listen folgen, ohne denen wirklich folgen zu müssen (dadurch kann man seine Hauptimeline “sauber” und übersichtlich gestalten), man kann, bequem via Mobile Clients, Listen auf den Startscreen legen,…
Merkt jemand was? Nicht? Gut, dann nochmal kurz: Twitterlisten sind die besseren “Circles”, wenn man weiß, wie man damit umgeht.

G+ läuft nur unkontrolliert durch. Wenn mir jemand sagen kann, wie man da vergleichbar,mobil, effizient seine Timeline “abarbeiten” kann, dann ändere ich vielleicht meine Meinung. Bisher spricht aber nichts dafür.). Kann man mit Desktop-Clients machen? Lustig. “Desktop” ist das Gegenteil von Echtzeit, “Mäuse” sind das Gegenteil von Mobilität.

- auf Tumblr unter gleichem Account angemeldet sein und Debatten, die sich aus Twitter-News ergeben, auslagern, durch Mentions via Crossposting zu Twitter.

Geht ganz einfach (na ja, nicht ganz: ich kann es nicht richtig, aber das liegt daran, dass ich nicht weiß, wie man HTML-Code passend in vorgefertigte Themes einbaut, so dass es auch fehlerfrei funzt, aber grundsätzlich geht es). Wenn man noch lifefyre in sein Tumblr-Template integriert, klappen Erwähnungen sogar mit Kommentaren Tumblr -> Twitter.

So bliebe Twitter der relevante Activity Stream für News, den man eh immer im Blick hat. Ergeben sich daraus Debatten, werden die bei Tumblr weitergeführt. Durch die kurzen Mentions, erfahren die anderen Twitter- Follower davon, dass, ausgelagert, eine Debatte stattfindet und können entscheiden, ob sie per Klick einsteigen oder mitlesen wollen, oder nicht. Diese Mentions “sprengen” aber nicht die Timeline der Twitter-Follower, der Newsstream Charakter von Twitter bleibt also dadurch erhalten, die Timeline bleibt homogen, gleichzeitig weiß man aber, dass anderorts Diskussionen geführt werden…

Kriegt der Mainstream aber nicht gebacken. Tumblr ist ja für Cat-Content verschrien, dabei bietet sich durch die offene API und die guten nativen Apps der Dienst dafür geradezu an: Alles was für Twitter zu groß ist und fürs Blog zu klein ist, da rein.

Stattdessen wird bei Twitter auf Debatten in G+ verlinkt. Toll, und dann?
Dann hängt man in G+ hat aber keinen Kickback in Echtzeit zu Twitter.
Das ist Murks. Goolgle hat auch gar kein Interesse daran, dass Content offen geshared werden kann: Alle Wege führen zu G+, aber keiner führt wieder hinaus. Ist das noch “Beta”, dass die API nicht bidirektional funktioniert (geht nur mit Hacks) oder gewollt? Ich denke, die Antwort ist klar.
Der “Content-Inzest” bei G+ geht soweit, dass es nichtmal möglich ist, unter IOS per Copy&Paste Inhalte “kapern” zu können und diese dann über andere Plattformen zu sharen.
Nochmal die Frage: Merkt jemand was?
Eine Copy&Paste Funktion ist in 2011 ein No Brainer, technisch sowie auch von der Funktionalität her. Die Tatsache, dass es diese Funktion nicht gibt, belegt nicht einen “Beta”- Charakter des Netzwerks, sondern ist Beweis dafür, dass Google das nicht will. Content-Inzest. Wer bei G+ ist, soll auch bitte da bleiben. Wer länger verweilt, schaut auch länger auf die Werbung (die irgendwann kommt).

Man ist also im Ökosystem Google gefangen, selbst wenn man andere Bedürfnisse bzgl. Newssharing und Debatten hat. Die Forderung von G+ Usern, die möchten, dass G+-Kommentare 1:1 in Wordpress- Blogs geshiftet werden können? Illusorisch. Da wird man sich bei Google darüber kaputt lachen. Alles, was die Verweildauer im eigenen Ökosystem verkürzt ist nicht gewollt, also wird es das nicht geben. Wordpress ist jetzt ein Wettbewerber, ein Teufel wird passieren, dass man dahingend eine API freigeben wird.

Bedürfnisse? Klar. Die Essenz im Austausch von Informationen und Debatten darüber ist: Real Time und Offenheit. Für News, aber auch für die Kommentare.

Robert Scoble hat seine Karriere auf den Erfolg von Googleplus verwettet. Gut, der hat die Connections, der bekommt Infos exclusiv, der macht auch ein prima Ding, aber eines fällt ihm manchmal schwer: über den Tellerrand eines Gadget-Geeks hinauszuschauen und zu überlegen, was die Menschen eigentlich wollen.

Da komme ich wieder zu den Grundbedürfnissen: Menschen wollen lernen, sie wollen an Inhalte anknüpfen können. Sofort, assoziativ und in Echtzeit. Einem Gedanken, einer Idee, einem Anknüpfpunkt, live und direkt folgen zu können, die eigene Sicht barrierefrei (Hallo G+, du willst nicht bidirektional, na dann nicht, das nächste Netzwerk kommt bestimmt…)
zu verskripten, das ist der Deal, das ist das was kickt, was antreibt, was positive Botenstoffe freisetzt:Real Time ist der Freund von Neurotransmittern.

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Blödsinn! Obige Hypothese (lebenslanger Wunsch und intrinsischer Antrieb zu lernen) ist wissenschaftlich gesetzt, die Erkenntnisse jüngerer Sozialpsychologie&Lernspsychologie, belegt durch technische Innovationen der Neuropsychologie sind eindeutig.

Twitter ist innerhalb sozialer Netzwerke dabei das Tor. Die schnellstmöglichste, durch mobile Clients am meisten barriefreie Tür zur Information, offen in alle Richtungen, selbst unter miesem UMTS- Empfang immer noch bedienbar. Das Problem sind nur die Debatten und die Kommentare.

Durch Tumblr Crossposting und Kickback gibt es hier eine Zwischenlösung (die leider niemand nutzt, weil sie zu geekig ist), aber die Grundidee, stellt in meinen Augen die ideale Netzwerkstruktur dar.

Google+ für 40+ ?

Da stimme ich dir zu, Martin. Aber das sollte niemand falsch verstehen: Es geht nicht darum, der Generation “Markt&Technik- Verlag” aus jugendlicher Begeisterung “einen reinzureichen” im Sinne eines Generationenkonfliktes, von wegen, “Hey, ihr seit ja noch mit Lochstreifen groß geworden und habt euch über Basic- Listings in der Happy Computer gefreut, ihr habt ja eh keine Ahnung”, sondern es geht darum, dass Mobilität für einen leichten, sofortigen Zugang wichtig ist, einen Gedanken sofort “auszuleben”, bevor er weg ist, bevor er sich in den anderen Dingen des Alltags längst wieder verflüchtigt hat.
Deswegen sind Debatten nach dem “Entweder-Oder-Prinzip”, dass man mit mobilen Devices ja garnicht richtig produktiv arbeiten kann, dass Rechner ja mehr können, blabla, alle Mumpitz.
Es gibt nämlich kein “Entweder-Oder” sondern ein “Sowohl als auch”. Na klar kann man mit mobilen Devices nicht soviel machen, das ist unbestritten, der Punkt ist vielmehr: man kann aber dann, wenn man eine Idee hat, sofort tätig werden, ohne sich die aufsparen zu müssen, warten zu müssen, bis man wieder an einem Rechner sitzt. Das ist der Kern.
Deshalb ist diese ganze Oldschool-Debatte über Laufwerke,Schnittstellen,Sandybridge,i3-i7 Prozessoren und Co eigentlich irrelevant. Damit beschäftige ich mich, wenn ich merke, dass mein Rechner bei einer CAD- Anwendung lahmt, sonst nicht. Das ist 90er- Jahre Techspec-Vergleichsgedöns, als man es noch toll fand, mehr “Kennzahl” unter der Gehäuse-Haube zu haben, nur um des Mehrkennzahl-Habenwollen-Willen. Ohne das mal jemand hinterfragte, welchen konkreten Mehrwert das hat (außer bei der Fps-Rate in Ego-Shootern).

Mobile Devices dagegen sind absolut gesehen weniger finktional, liefern aber einen Mehrwert, den kein Rechner, egal wie schnell und toll er ist hat: Auf einen Knopfdruck von unterwegs Infos zu bekommen und bei Lust und Zeit, direkt daran anzuknüpfen.

Das ist das, was Menschen eigentlich wollen, selbst wenn sie jetzt noch gar nicht wissen. In jedem Menschen steckt ein kleiner Newsjunkie, mal mehr, mal weniger, viele wissen das nur noch gar nicht, aber das ist die Essenz im Umgang mit Informationen:
Rapid Fire Newssharing & Debating. Das ist das was “Curation Nation” ausmacht, ohne, dass das im gleichnamigen Buch so beschrieben wird.

Und google+ ? Igelt sich ein. Blockiert den Nutzer, will den Content und damit ihn, auf seiner Plattform binden.

Und was kommt dabei raus? Das was Martin getwittert hat: sich binden zu lassen, sich die barrieren des Zugangs im Alltag gefallen zu lassen, das macht überwiegend tatsächlich nur die Gen 40+, weil die noch mit Lochstreifen großgeworden ist, empfindet die die Enschränkungen die ich genannt habe, wahrscheinlich gar nicht als solche, sondern freut sich über eine Debattenplattform, die aber in meinen Augen schon wieder rückstândig ist.

Aber merkt die das nicht? Doch, irgendwie schon. Sieht man über manche Debatten hinweg, die wirklich ein Pfund liefern, dann stellt man bei Google+ schnell fest: diejenigen die Posts liefern, die dann zu Diskussionen führen, beteiligen sich wenig selbst daran. Woran liegt das?

Heute abend wird man sehen, ob Apple nicht vergleichbare Intentionen hat, Twitter in iOS zu integrieren:
die Schnittstellen Mensch-Maschine über den Daumen war der Anfang, über Voice-Kommandos via Siri und semantischer Stimmanalyse führt die Humanisierung weiter, Twitterintegration könnte den nächsten Meilenstein setzen: die Humanisierung im Zugang zu Nachrichten und Informationen. Rapid Fire.

Warum ich richtig liege?
Das ergibt sich aus diesem Post. Martin Weigert wollte etwas zu googleplus sagen, wählte den seiner Meinung nach kürzesten und schnellsten Weg, diesen Gedanken, just in time umzusetzen.
Ich lese morgens als erstes Twitter, weil schnell und übersichtlich und dachte darüber nach, es beschäftigte mich, alte Ideen dazu kamen hoch. Wie antworte ich, wie trete ich als Rezipient auf, über welchen Kanal. Na über Twitter. Die Mention @martinweigert im Header dieses tumblr-posts, weil er twitter covert, wird er ihn sehen. Ohne Aufwand, ohne Netzwerkwechsel. Er sieht die Länge des Beitrags kann mit einem Blick entscheiden, ob er jetzt oder später lesen will oder garnicht und geht ggfls. nochmal später in die Mentions seines Twitter-Clients und klickt den Link nochmal, alles bequem, alles aus dem Handgelenk, weil twitter ist eh immer “On”. Soviel zum Vorteil für den Empfänger.

Ich als Absender habe durch diesen Crosspost, aber die Möglichkeit direkt auf einen Tweet aus Twitter, meinem Hauptkanal, Assozoationen und Gedanken sofort und ungefiltert über tumblr abfeuern zu können. Auf dem Telefon. In der anderen Hand habe ich noch das Brötchen. Gut, dass geht anderen Plattformen auch, da sind aber die Schnittstellen oft bockig. Wie gesagt, es geht nicht um den Namen des Netzwerks es geht um den Grundgedanken, ein Backoffice für Debatten in einem schnellen, leicht zugänglichen Stream zu haben, oder dabei den Nachrichtenkanal durch x-Meinungstweets zu stören, denn es taucht ja nur die Erwähnung auf…


Welchen Vorteil habe ich als Sender noch? Ich feuere hier frei meine Asdoziationen raus, schicke diesen Post ungelesen hab(korrigieren geht auch nicht, das ist in der Tumblr App ein Graus). Ich weiß jetzt schon, dass ich irgendwo inhaltliche Böcke geschossen habe, dass ich den Faden verloren habe, da ich nichtmal eine Arbeitshypothese nachgedacht habe, dass ich bei der Lochstreifen-Geschichte ein bisschen überdreht habe und mir den Vorwurf gefallen lassen müsste, ein arroganter “Jungmann” zu sein, und das das Ding voller Typos ist, ein schlecht szrukturierter Texthaufen.

Aber das ist wurscht, denn ich weiß auch jetzr schon ganz sicher: irgendwo habe ich einen Treffer gelandet, den werde ich, wenn ich Zeit habe, morgen, nochmal beim Drüberlesen finden, am Rechner, in Ruhe, und ihn dann nochmal aufgreifen und in einer angemessenen Form verbloggen.
Dass ich beim Lesen einen roten Kopf kriege, weil ich mich meiner eigenen Ausführungen teilweise genieren werde?
Maybe, aber das nehme ich in Kauf. Die Vorteile, die mir dieser kleine kreative und ungefilterte Schreibpart als Anknupfpunkt liefern wird, muss ich selbst höher gewichten als die Nachteile als Esel dazustehen, auch auf die Gefahr hin selbstreferentiellen Bullshit abgeliefert zu haben.

Liest das hier jemand? Egal. Nervt es inhaltlich jemanden? Egal. Stört es jemanden? NEIN. Und das ist der Punkt: ich habe hier, in meinem Haus, an einen Gedanken jemand anderes angeknüpft, ohne eine Timeline damit zu verstopfen, eine Kommentarzeile in Gplus zu überladen, oder ein Wordpressblog von der Textlänge her unübersichtlich zu machen.

Ungehemmt, frei von Resrtiktionen durch Strukturen oder Web-Etikette, ohne den Versuch eines Netzwerks mich zu halten, ohne irgendwelche Hindernisse gehen hier die ersten Gedanken, das Brainstorming zu gplus durch. Verzettelt, mit Umwegen.

Egal. Mal gucken, was ich morgen noch davon halten, werde, was iOS5 zu Twitter liefert, vielleicht steckt da ja ein Anknüpfpunkt drin.

Ist das gut, ist das schlecht? Keine Ahnung. Hätte ich aber keine mobile Device in der Hand, und oder keine offenen Netzwerkstrukturen, die mir dieses fixe Crosscommenting, eines Tweets ermöglichen, und müsste extra vom Frühstück weg um einen Rechner hochzufahren, dann wäre die Idee hier anzuspringen längst verpufft.

Das wäre auf jeden Fall schlecht und das ist das Entscheidende.

Feuer frei.

Taken with instagram

Addicted to Facebook? (Taken with instagram)